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„Viel dazugelernt in Freiburg“

VfL-Torhüterin Merle Frohms vor dem Bundesliga-Gastspiel beim Ex-Verein.

Zwei Mal reiste Merle Frohms mit dem VfL Wolfsburg zu einem Liga-Auswärtsspiel gegen den SC Freiburg – die Bilanz ist überschaubar: Im Mai 2017 gab es am Fuße des Schwarzwalds eine 0:2-Niederlage für Grün-Weiß, vier Monate später ein 0:1. Frohms verfolgte beide Partien von der Bank aus. Dass die gebürtige Cellerin anschließend die Seiten wechselte, machte es aus persönlicher Sicht nicht besser: Die Wölfinnen gewannen zwei Mal in Folge beim Sport-Club, 2019 gar mit 8:0. Am morgigen Samstag, 4. Februar (Anstoß um 14 Uhr/live auf Magenta Sport und sportschau.de) läuft Frohms wieder als VfL-Keeperin im Breisgau auf. Diesmal unter anderen Vorzeichen: Die 28-Jährige ist in ihrer vierjährigen Wolfsburg-Abstinenz, die sie auch zu Eintracht Frankfurt führte, zur Nationaltorhüterin und Führungsspielerin gereift. Im Interview spricht Frohms über ihre Karrierestationen, die Rückkehr zum VfL und ihre Comeback-Saison.

Merle Frohms, wie bewertest du die Entscheidung, den VfL Wolfsburg 2018 in Richtung Freiburg verlassen zu haben, aus heutiger Sicht?

Merle Frohms: Ich denke schon, dass sie wegbereitend war. Damals stand ich vor einer Wahl: Entweder ich bleibe beim VfL als Nummer zwei und bekomme weniger Chancen, mich zu zeigen oder ich gehe nach Freiburg, wo sich parallel eine Möglichkeit ergeben hat, was ein glücklicher Zufall war. So oft wird eine Torhüterinnenposition schließlich nicht frei. Ich habe mir gedacht: Wenn ich es nochmal irgendwo als Nummer eins probieren möchte, dann jetzt. Und das hat sich im Nachhinein als der richtige Weg herausgestellt.

Wie war es für dich damals, in Freiburg anzukommen? Du warst ja nicht auf Anhieb Nummer eins.

Merle: Ich musste mich zuerst mal mit der neuen Rolle zurechtfinden, zu spielen und Verantwortung zu übernehmen. Und ich war auch nicht immer einer Meinung mit dem Trainer, wie er die Torhüterinnenposition gesehen hat. Aber alles in allem wurde ich super aufgenommen. Ich habe sportlich wie menschlich viel dazugelernt in diesen beiden Jahren.

Was hat dich in Freiburg am meisten weitergebracht?

Merle: Auf alle Fälle die Spielpraxis. Im Spiel muss man viel schneller Entscheidungen treffen und immer die Konzentration hochhalten. Das war ich aus dem Training so nicht gewohnt.