VFL Wolfsburg

„Große Vorfreude“

17.08.2017
Interview mit Stephan Lerch, dem Cheftrainer der VfL Wolfsburg Frauen.

VfL-Cheftrainer Stephan Lerch stellt sich den Fragen der Fans.

Zum Start seiner Amtszeit als Cheftrainer hat Stephan Lerch den Fans des VfL Wolfsburg die Möglichkeit gegeben, ihre Fragen an ihn loszuwerden. Die Antworten des Wölfinnen-Coaches über seinen Werdegang, seine neue Position und die Ziele mit der Mannschaft:

Was sind Ihre persönlichen Ziele für Ihre erste Saison bei den Wölfinnen als Cheftrainer?
Für uns als Verein ist es wichtig international vertreten zu sein, also ist das Hauptziel die Champions-League-Qualifikation. Natürlich wollen wir auch in allen Wettbewerben wieder bis zum Schluss vertreten sein und um Titel mitspielen. Ich gehe mit großer Vorfreude an diese Aufgabe heran. Wir alle im und um das Team herum arbeiten Tag für Tag sehr hart, mit viel Leidenschaft und hoher Eigenmotivation. Genau das will ich in meiner neuen Aufgaben weiterhin tun.

Wie sind Sie zu den Wölfinnen gekommen?
Direkt nach meinem Studium hat mich Daniel Nister angerufen, er war damals sportlicher Leiter im Nachwuchs der VfL-Frauen und wir kannten uns aus der Jugend. Er fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, die zweite Frauenmannschaft des VfL zu trainieren. Ich bin nach Wolfsburg gekommen, habe mir alles angeschaut und war begeistert. Ich war im Vorfeld noch nicht im Frauenfußball tätig gewesen, habe aber schnell gemerkt, dass mir die Arbeit  unglaublich Spaß macht. Nach zwei Jahren bei der Zweiten wurde ich in das Team von Ralf Kellermann geholt.

Wie haben Sie auf Ihre "Verpflichtung" als Cheftrainer reagiert?
Darauf war ich nicht vorbereitet und es war eine große Ehre und Freude für mich. Ich habe gespürt, welches Vertrauen Ralf Kellermann und der Verein mir schenken. Das war ein besonderer Moment, gar keine Frage.

Haben Sie Bedenken, dass sich Herr Kellermann in Ihre Arbeit "einbringt" ?
Ich begrüße es wenn er sich einbringt, schließlich arbeiten wir als Team. Bezogen auf die Aufgaben des Trainers, darüber mache ich mir keine Sorgen. Die Rollen haben sich verändert, die einzelnen Aufgabenbereiche haben wir im Vorfeld besprochen. Wir kennen uns jetzt vier Jahre, sind in einem engen Austausch und werden weiter eng zusammenarbeiten. Eine enge und intensive Arbeit liegt uns beiden am Herzen.

Ist der Kader im Trainingslager komplett?
In Tirol haben wir fast alle Spielerinnen mit an Bord. Pernille Harder ist nach ihrem wohlverdienten Urlaub wieder dabei und auch die Reha-Spielerinnen Jana Burmeister und Alexandra Popp reisen mit. Meret Wittje fehlt uns aber zunächst, da sie bei der U19-Europameisterschaft in Nordirland ist. Dass wir fast komplett sind, ist sehr wichtig, damit wir vernünftig arbeiten können, besonders im mannschaftstaktischen Bereich.

Haben Sie schon eine Wunschelf im Kopf?
Wir haben einen sehr starken Kader mit einer enorm hohen Qualität. Das zeichnet uns aus und ist eine unserer Stärken. Wir haben viele Spielerinnen, die einen Startelf-Anspruch an sich selbst haben. Jede Spielerin kann und soll sich während der Saison und natürlich jetzt schon einbringen. Wer bei einem Spiel in der Startelf steht, hängt von vielen Faktoren ab. Man kann – gerade im Fußball – nicht sehr weit im Voraus planen. Mögliche Konstellationen spielen wir aber bereits durch.

Trotz der hohen Qualität: Haben Sie neue Spielerinnen im Auge?
Natürlich beobachten wir immer, aber nicht mit dem Fokus, dass wir unbedingt eine Spielerin dazuholen wollen. Als Trainer möchte ich einfach auf dem neuesten Stand sein und verfolge daher andere Vereine und Nationalmannschaften aufmerksam.

Warum bringen fast alle Bundesligavereine bundesligataugliche Spielerinnen aus ihrer eigenen Jugend hervor, nur der VfL Wolfsburg nicht?
Das ist so nicht ganz richtig. Wir haben mit Joelle Wedemeyer, Meret Wittje und Merle Frohms drei aktuelle Beispiele im Kader. Allerdings befindet sich unsere erste Mannschaft auf einem sehr hohen internationalen Topniveau. Der Unterschied vom Nachwuchs- zum Erwachsenenbereich ist im Frauenfußball allgemein sehr groß und bei einer so starken Mannschaft wie unserer umso größer. Wir haben im Nachwuchs in den letzten Jahren gut gearbeitet und versuchen die Voraussetzungen so zu schaffen, dass die Spielerinnen diesen großen Schritt gehen können. So etwas braucht Zeit. Aber ich bin optimistisch, dass es in den nächsten Jahren weitere Spielerinnen in den Kader schaffen werden. Durch die eingleisige 2. Bundesliga im kommenden Jahr verstärkt sich dort die Qualität auch noch einmal.

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